Rückkehr: 28. Juni 2009




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Was du liebst, lass gehn. Kommt es wieder, ist es dein.

Chinesisches Sprichwort.






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DEUTSCHLAND.

 

 

 11.09.2008-28.06.2009

 

 

Ja, ich bin wieder in Deutschland. Nach einem Horrorflug mit Turbulenzen heil angekommen. Mein Paket, das ich vor ein paar Wochen verschickt habe, ist zeitgleich mit mir angekommen, mein Zimmer sieht aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen.

Ich kanns immer noch nicht glauben, habs noch nicht wirklich realisiert dass ich daheim bin, dass die 9,5 Monate in China vorbei sind. Für immer. Ich muss mich erst daran gewöhnen. heute morgen als mich meine Mama aufgeweckt hat, hätte ich schon fast auf chinesisch gesagt ''jaja ich steh ja gleich auf..'' . 

Mein Auslandsjahr ist vorbei, somit macht der Blog auch keinen Sinn mehr. Ich will mich wirklich wirklich bei euch, meinen Lesern bedanken. Ich habe viel gutes Feedback bekommen und von vielen Leuten gehört, die das hier am und zu gelesen haben. Das macht mich wirklich stolz. Ich hoffe ich konnte euch die chinesische/asiatische Kultur etwas näher bringen. Wer die Möglichkeit noch hat dem rate ich: Mach ein Schuljahr im Ausland.

China ist das beste, was mir passieren konnte.

 

Eure Sandra.

29.6.09 22:03


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1 Woche.

 

Jetzt wird’s ernst, bald geht’s nach Hause. Meine Gefühle? Wenn ich an 2 Monate vorher denke, sieht das jetzt ganz anders aus. Da war ich noch wirklich deprimiert, dass die Zeit bald vorbei ist. Ich wollte absolut nicht nach Hause, konnte mir das einfach nicht vorstellen wieder in Deutschland zu Leben. Wie kann ich alle meine Freunde hier verlassen, die ich vielleicht nie wieder sehen werde? Doch mittlerweile habe ich mich seelisch ziemlich gut darauf vorbereitet (soweit das geht) und ich freue mich wirklich auf daheim. So viele Menschen, Orte und Dinge, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Ich freu mich einfach so und bin super aufgeregt. 1000 Fragen sind in meinem Kopf wie zum Beispiel: Wie wird meine Familie reagieren, wenn sie mich am Flughafen wieder sehen? Hat mein Koffer Übergewicht (20 kg begrenzt, …wie soll ich mein Leben in 20 kg packen bitte???? ) Wie wird sich mein Freundeskreis ändern wenn ich wieder in Deutschland bin? Sind alle noch gesund?

Für meine letzten Tage habe ich keine besonderen Pläne, ich bleibe hier in Changzhou, werde jeden Tag so viel wie möglich Zeit mit meinen Freunden verbringen, denn die sind mir um einiges wichtiger als meine Gastfamilie. Eine Freundin möchte mit mir noch Bilder im Park in einem traditionellen chinesischen Kleid machen, ich hoffe wir finden die Zeit noch dazu.

Der Abschied rückt näher. Von meiner Gastfamilie, Klassenkameraden, Ausländerfreunden und chinesischen Freunden. Und ich hasse Abschiede, vor allem wenn sie für eine unbestimmte Zeit oder vielleicht sogar für immer sind. Im chinesischen heißt Tschüss ‚再见 ‘, was wörtlich mit ‚wieder sehen‘ übersetzt werden kann. Aber wann werde ich alle wieder sehen? Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder zurück nach Changzhou, aber wo sind dann meine Freunde. Vielleicht in Universitäten in ganz China verteilt, vielleicht aber auch an den Wochenenden immer noch in den gleichen Bars und an den gleichen Plätzen wie immer.  Wer weiß. Aber ich bin mir sicher, ich werde zurückkommen. Irgendwann, mit Zeit und Geld. China ist meine 2. Heimat, hat mich einfach in seinen Bann gezogen und ich habe mich wirklich gut eingelebt. Ich verstehe die Menschen und die Kultur und wünsche mir einfach, dass mehr Menschen den Schritt in das Land wagen und sich nicht so verschließen. Habt einfach keine Angst, macht es. Lernt neues kennen, lasst euch darauf ein. Es wird sich lohnen.

 

Sonntag, 28. Juni 2009 Frankfurt a.M. 19.00 h

21.6.09 16:14


''Chinesisches Essen schmeckt scheiße.''

Letzte Woche waren 25 Italiener in der No.3 Highschool . 2 Wochen Austausch. Wir ‚Langzeit‘-Austauschschüler waren auch eingeladen um ihnen etwas Kalligraphie zu zeigen oder chinesische Knoten.

Als der Reisebus angekommen ist und alle ausgestiegen bin, ist mir erst mal kurz der Atem weggeblieben. Ich war natürlich auf Europäer vorbereitet, habe dabei aber im Grunde vergessen, wie eine europäische komplette Schulklasse aussieht. Jeder hat seinen eigenen Style. Die Mädels tragen Schmuck und haben gefärbte Haare, Jungs und Mädels reden sogar zusammen. Nach ein paar Momenten ist mir aber dann eingefallen, dass das in Europa ja nun mal so ist und eben total normal ist.  Habe mir mal bildlich meine chinesische Klasse daneben vorgestellt, die Vorstellung war einfach nur lustig.

Die Schule hat mit ihnen so das übliche Touristenprogramm von Changzhou durchgemacht und da es hier nicht viel zu sehen gibt, ging das ziemlich schnell. Insgesamt waren sie 4 Tage hier, 2 davon haben sie mit ihren Gastfamilien etwas unternommen, einen Tag sind sie ins nahegelegene Suzhou gefahren und am anderen Tag eben CZ angeschaut. Irene (auch Italienerin, meine beste Freundin hier)‘s Gastfamilie hat noch eine Italienerin für die 4 Tage gehostet und ihre Gasmutter hat mich dazu abends zum essen eingeladen. Wo sind wir hingegangen? Papa Johns . (Pizza Fastfoodkette) . Irene und ich haben erfolgslos versucht, dieser Italienerin auszureden Pizza essen zu gehen, weil sie es 100 % nicht mögen wird, aber sie wollte unbedingt. ‚Chinesisches Essen schmeckt scheiße.‘ Punkt. Ich war nicht überrascht, dass sie sich danach beschwert haben ‚Hey die Pizza schmeckt ja gar nicht wie in Italien.‘ Ach, wirklich?

An einem Nachmittag haben wir 4 Mädels etwas die Stadtmitte gezeigt. Sie haben viele Fragen gestellt wie zum Beispiel ‚ Wie könnt ihr es hier nur so lange aushalten?‘-‚vermisst ihr das Essen denn nicht?‘-‚Wieso haben die Betten keine Matratze?‘ ‚Wieso rotzen Chinesen auf den Boden und essen wie Schweine?‘ und so weiter… Irgendwann haben wir dann Hunger bekommen und wir haben zu den Mädels gesagt, dass wir mit ihnen nicht zu Pizza Hut oder McDonalds gehen. Wir werden ihnen mal ein Stück richtiges China zeigen. Also sind wir zu einem der unzähligen Nudelshops gegangen, in denen wir meist zu Mittag essen. Schon bevor wir drin waren, haben die Mädels geschrien ‚IHHH DA GEHEN WIR NICHT REIN!! NIEMALS!!‘  Draussen stehen bleiben wollten sie dann aber auch nicht, sind also wohl oder übel mit rein, haben aber nichts gegessen. Sie wissen nicht, was sie verpasst haben. Okay, zugegeben. Der Shop sieht nicht sehr … wie soll ich sagen.. appetitlich aus oder.. ich kann es einfach nicht beschreiben, für mich ist es normal. Der Dreck am Boden ist normal und der Holzschemmel auf dem man in einem sehr kleinen Raum mit niedriger Decke sitzt und seinen Teller Nudeln für 50 Cent isst. Als wir gegessen haben, sind sie dann zu McDonalds. 4 mal so viel bezahlt und einiges schlechter.

Eine Woche später sitze ich jetzt hier zuhause und denke darüber nach. Teilweise habe ich mich selbst erkannt in den Leuten; in meinen ersten Wochen hier in China. Die ganzen vielen Fragen und alles war so neu. Anderseits war ich auch etwas genervt von den Italienern weil sie teilweise einfach überhaupt nicht offen für neues waren. Und wer einen Schüleraustausch nach China macht, selbst für 2 Wochen nur, sollte doch schon ein bisschen sich auf das Land und die Leute einlassen können.  Aber die waren einfach in ihrer Reisegruppe alle zusammen und wären am liebsten zum Italiener um die Ecke zum Pasta essen gegangen. Wenn’s nur einen gäbe, haha.

1.6.09 17:26


Im Park.

Die 2 Parks im Stadtzentrum hier in Changzhou würde in Deutschland niemand Park nennen. Das bisschen grün zwischen den riesigen Shoppingmalls und Wohngebäuden. Aber in den Park zu gehen ist eine unserer Lieblingsbeschäftigung nach der Schule oder in der Mittagspause, den dort wird es einfach nie langweilig. Selbst wenn man da alleine auf einer Bank sitzt. Es gibt immer jemanden, den man beobachten kann oder jemand kommt vorbei und redet mit uns. Leute, die einfach nur mal mit einem Ausländer reden möchten, Leute, die deine Zukunft in der Hand ablesen können nach dem Motto ‚Ich sehe in 5 Minuten bist du gleich um 20 Yuan ärmer‘ oder heute kam ein Mann mit 3 Schildkröten in einem Eimer vorbei, die er verkaufen wollte. Er hat sich neben uns gesetzt und sie ein bisschen rumlaufen lassen. Am häufigsten aber kommen natürlich Bettler.  Es gibt 3 Arten Bettler.

1.       Der Harmlose. Der Harmlose kommt her, lacht freundlich, klappert mit seiner Schüssel und sagt irgendeinen Satz, den er andauernd wiederholt, zum Beispiel „Ich habe Hunger. Danke. Ich habe so Hunger. Danke, Vielen Dank.“ Manchmal gebe ich ihnen etwas, weil sie nicht nervig sind. Sagt man dem Harmlosen, man habe kein Geld, geht er weiter und versucht neben an sein Glück.

2.       Der Fortgeschrittene. Der Fortgeschrittene lässt sich nicht so leicht abwimmeln, er kann wirklich hartnäckig sein und 10 Minuten neben dir stehen und dir sogar hinterherrennen. Da muss ich gerade  an eine meiner ersten Wochen hier in China denken, als mir ein Bettler mit Krücken wirklich schnell hinterher gehumpelt ist.  Der Fortgeschrittene möchte Geld, weil er keine Arbeit finden kann und packt dich auch gerne mal am Ärmel. Ein „Ich habe kein Kleingeld, tut mir Leid.“ Hilft meist nicht, nur wenn man ihn wirklich anschreit und dabei böse anschaut, dann geht er weiter, verflucht dich aber dabei.

3.       Doppelpack. Mit Babys im Arm bekommt man mehr Geld, und so sitzen Bettler mit Kindern am Straßenrand, auf meinem Schulweg komme ich jeden Tag an 3 Kindern vorbei, die Rosen verkaufen wollen. Ich glaube, ich habe schon mal erzählt, dass am 1. Tag in Changzhou sich ein Kind an mein Bein gehängt hat. . . Natürlich machen die Kleinen das nicht freiwillig, ich habe schon viele Geschichten von Chinesen gehört, ob alles so stimmt oder nicht weiß ich natürlich nicht. Anscheinend verkaufen die Eltern auf dem Land ihre Kinder an einen Boss und der fährt sie dann jeden Morgen in die Stadt, um Geld zu verdienen, das sie natürlich nicht behalten dürfen sondern alles abgeben müssen.

Wenn ich so durch die Straßen laufe und mich umschaue, die ganzen Menschen so an mir vorbei gehen lasse, jeder geht seinen eigenen Weg, jeder hat sein eigenes Schicksal, das ist die  Realität. Und dann frage ich mich, wie hier alles in 20 Jahren aussehen wird? China verändert sich so schnell. Schon allein in den 8 Monaten in denen ich hier bin wurde in meiner Stadt das komplette Busnetz geändert und sämtliche riesigen  Shoppingmalls eröffnet und Wohnblocks erstellt. Ich bin gespannt, wenn ich irgendwann wieder hier zurückkomme, ob ich noch den Park finde, in dem wir schon so viele Nachmittage saßen.

19.5.09 10:49


北京欢迎您 - Peking heisst dich Willkommen


Freitag, 01.Mai 2009: In der Stadt ist die Hölle los weil es ein Feiertag ist, das hat es nicht gerade einfach gemacht, zum Bahnhof zu gehen mit einem Koffer. Um 22 h ist unser Zug abgefahren, vorher war ich mit einem Freund essen und Tschüss sagen. Die Zugfahrt hat 10 Stunden gedauert und war jetzt im Nachhinein wirklich angenehm. Wir hatten zwar kein Bett aber einen relativ bequemen Sitz, an dem man sogar die Lehne verstellen konnte. Wir haben aber erst bei der Rückfahrt gemerkt, dass das Luxus war. So sind wir also morgens um 8.00 h in Beijing angekommen und haben gleich in die Jugendherberge eingecheckt, das direkt am Bahnhof ist. Ich habe mich etwas gewundert, wo das versprochene Badezimmer in jedem Zimmer war aber ich glaube ich habe die Frau am Telefon falsch verstanden.

Geduscht, Rucksack gepackt und dann haben wir uns gleich auf den Weg zum Sommerpalast gemacht, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Leider hat die Busfahrt 1,5 Stunden gedauert ohne Sitz, dafür mit schwitzenden Achselhöhlen im Gesicht und Ellbogen im Rücken. Danach war es schon Zeit zum Mittagessen und wir haben immer noch nicht den Eingang gefunden, war alles etwas Chaotisch vor allem weil nach dem Essen eine Freundin sich übergeben hat und ein anderer hat Nasenbluten bekommen. Der erste Tag in Beijing hat gut angefangen haha.  Irgendwann haben wir dann den eingang zum Sommerpalast gefunden und haben dort den restlichen Tag verbracht, war echt schön dort. Am Abend sind wir zum Olympia Gelände gefahren, das Vogelnest und der Wasserwürfel bei Nacht sehen einfach fantastisch aus. Mir ist etwas der Atem weggeblieben, konnte es nicht glauben dass ich direkt davorstehe, vor den Gebäuden die letztes Jahr so oft im Fernseher zu sehen waren.

03.Mai 2009 : Wir haben für diesen Tag einen Ausflug von unserer Jugendherberge gebucht: Große Mauer, Ming Tombs , Seiden- und Jadefabrik. Es ging sehr früh los, eine Stunde Busfahrt und dann waren wir an der Großen Mauer. Sind ein paar Stunden darauf gelaufen und es ist super anstrengend weil es teilweise wirklich steil runter oder hoch geht. Die Ming Tombs waren weniger interessant ( Tempel und die Leichen von Kaisern, die man aber nicht gesehen hat .)

04.Mai 2009 Heute haben wir es etwas locker angehen lassen weil wir alle schon ziemlich müde warne von den 2 Tagen Sightseeing und die Zugfahrt, in der kaum jemand mehr als 2 Stunden schlafen konnte. Wir haben den Temple of Heaven angeschaut und dort war es auch schön aber ehrlich gesagt Tempel ist Tempel und zu viele Tempel sind einfach irgendwann langweilig. Habe jetzt auf jeden Fall genug Tempel für die nächste 2 Jahre angeschaut. Spätnachmittags haben wir entschieden, mal shoppen zu gehen. In Beijing gibt es 2 große Märkte, in denen man alles billig( wenn man weiss wie man’s macht) bekommt.

05.Mai 2009 Mein Geburtstag, wir haben nicht hineingefeiert, weil wir alle einfach keine Energie hatten.  Wir sind zum Platz des Himmlischen Friedens gegangen und danach ins Mausoleum von Mao Ze Dong. Man durfte natürlich keine Fotos machen und ich habe seine Leiche auch nur vielleicht 6 Sekunden gesehen, dann wurde man von der Security weitergeschoben. Das erste was mir in den Sinn gekommen ist, als ich ihn gesehen habe: Er sieht aus wie eine Wachsfigur. Es gibt ja sogar Gerüchte, es sei nicht der echte Mao. Danach sind wir in die Verbotene Stadt gegangen, es war aber schon ziemlich spät und deswegen konnten wir nicht so lange dort bleiben. Wieder Tempel Tempel Tempel überall. Viele von haben mich gefragt, wie mein Geburtstag war. Und um ehrlich zu sein, war ich etwas enttäuscht, ich habe mir alles anders vorgestellt. Ich habe ein tolles Geschenk bekommen aber alle waren total müde, ich natürlich auch, die Stimmung war nicht gut weil von einem von uns eine Freundin im Heimatland gestorben ist und er dann natürlich nicht in Feierlaune war, und ein anderer AFSer wird heimgeschickt, weil AFS herausgefunden hat, dass er ohne Erlaubnis gereist ist. Meiner Gastfamilie ist Abends eingefallen, dass ich Geburtstag hatte und ich habe eine SMS ‚Alles gute zum Geburtstag‘ bekommen. Ich war wirklich deprimiert. Aber ich weiß, mein 18. In Deutschland nächstes Jahr wird besser und man kann Tage einfach nicht zwingen, dass sie gut werden.

06.Mai 2009 Wir haben uns heute mal Schlaf bis um 9.00 h gegönnt und sind dann zu dem 2. Markt gefahren.Meine Beute in den 2 Tagen insgesamt 2 Paar Converse für je 5 Euro, ein paar Vans für 7 Euro, ein traditionelles Oberteil aus Seide (wer’s glaubt wird selig.) für 5 Euro, 2 Hosen (ja ich hab wirklich Hosen gefunden, die lang und groß genug waren. Hier in China. War selbst baff. und noch ein paar normale T Shirt für ca. 3 Euro. Da hieß es: Feilschen bis zum geht nicht mehr und manchmal waren die Verkäufer ziemlich wütend aber das hat total Spaß gemacht. Ist lustig, dass sie denken, als Ausländer würde man 60 Euro für Converse zahlen, die hier im Laden nur 30 kosten. Musste auch grinsen, als sich neben mir eine Frau für 40 Euro eine Diesel Jeans gekauft hat und sich gefreut hat über ihr Schnäppchen. Ich habe auch eine Gruppe Deutscher getroffen, die einen Schüleraustausch für 2 Wochen in China machen. Ich habe mich ein  bisschen mit 2 Jungs unterhalten und nach dem Gespräch gemerkt, wie ich mich verändert habe. Die Sachen, die für die beiden so neu sind, bemerke ich schon gar nicht mehr, ich habe mich aber wirklich in den beiden wiedererkannt und war ein bisschen stolz, als ich ihnen ein bisschen von meinem Leben hier erzählt habe und sie ganz begeistert zugehört haben.

Abends haben wir uns von ein paar Freunden aus Beijing verabschiedet und um 22.00 h ist unser Zug abgefahren. Dass das Zugticket nur 15 Euro gekostet und somit 10 Euro günstiger war als die Rückfahrt, das haben wir alle ganz schnell zu spüren bekommen eingequetscht ohne frische Luft und harten Sitzen habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen, leider war ich die einzige und habe mich daher wirklich gelangweilt. 12 Stunden später in Changzhou angekommen war ich einfach nur froh, daheim zu sein.

 

Das Wetter hat die ganze Woche mitgemacht, kein einziger bewölkter Tag. Die Reise nach Beijing war im Allgemeinen echt super, wir haben so viel angeschaut in den paar Tagen und hatten eine tolle Zeit. Gottseidank hat das alles geklappt, so wie wir das geplant haben.

Der Sommer ist da, 35 Grad, alles erinnert mich an letzten Herbst, als ich in China angekommen bin. Der Schweiß, der am Körper klebt, sobald man fertig geduscht hat, meine Beine voller Mückenstiche, der Drang in einem Raum mit Klimaanlage zu sein, Atemnot in öffentlichen Verkehrsmitteln.

11.5.09 13:10


Danke

an

Onkel Alfred+Tante Barbara: Euer Brief ist heute angekommen, wenn auch etwas zu früh, aber besser als nie.

Gebhardt's+Schüll's : Euere Karte ist auch angekommen.

 

Ich konnte es nicht abwarten und habe sie schon gelesen, obwohl mein Geburtstag erst in ein paar Tagen ist. Habe mich super gefreut, vielen vielen Dank euch allen.  

26.4.09 08:35


Letztes Wochenende war das HSK-Wochenende. Samstag, der Tag vor dem ich wirklich Angst hatte. Zur Erklärung, HSK ist die Abkürzung für hanyu shuiping kaoshi, auf deutsch: chinesischer Standarttest.Er ist ein zentraler, standardisierter Test für Chinesisch als Fremdsprache, der den sprachlichen Leistungsstand misst. (Wikipedia-Zitat) . Getestet gibt es eine das Hörverständnis, die Gramatik und das Leseverständnis.  Also sind wir Austauschschüler von unserer Stadt Freitag morgens nach Nanjing mit dem Zug gefahren und haben uns die Stadt ein bisschen angeschaut. Ich war ja schon einmal dort, aber Nanjing ist ja nicht gerade klein und wirklich eine sehr schöne Stadt. Gefällt mir super dort, besser als in Shanghai. Freitag Abends haben wir uns dann mit ganz vielen anderen Austauschschülern von der ganzen Welt, die auch in Nanjing den HSK Test schreiben,  in einer Pizzeria getroffen. Das erste mal seit 7 Monaten, dass ich eine Pizza gegessen habe. Ich meine, eine richtige Pizza. Keine Pizza Hut- oder Papa John’s Pizza, bei der der Pizzaboden süß schmeckt. Es war klar, dass das etwas teuer wird, aber es hat sich echt gelohnt. Und ich habe gemerkt, ich bin westliches Essen wirklich nicht mehr gewohnt. Nach der Pizza war ich so unglaublich voll und sie lag irgendwie schwer im Magen. Vielleicht auch nur Einbildung.

Abends sind wir dann zurück in unsere Jugendherberge gefahren und ich wurde wirklich nervös, ich wusste, ich hatte mich nicht genug vorbereitet. Habe auch garnicht gut geschlafen. Manche haben schon im Januar angefangen, Vokabellisten zu lernen und ich habe das ganze damals ziemlich locker gesehen. Aber dann 2 Wochen vorher habe ich etwas bammel bekommen. Meine Gastmutter hat sich dann auch mit mir hingesetzt und Vokabeln gelernt und mir Wörter erklärt. Das hat sich als etwas schwierig erwiesen, denn sie spricht ja kein Englisch. Also in Chinesisch chinesische Vokabeln erklären, das war echt lustig weil sie durch’s Haus gerannt ist, irgendwelche Gegenstände gebracht hat und versucht hat, mit Gestik mir die Wörter zu erklären.  Aber es war zu spät, Samstag morgen 9.00 h ging es los mit dem Test, nach 2 Stunden war alles vorbei, ich war erleichtert und habe es mir schwerer vorgestellt. Aber trotzdem denke ich, ich werde durchfallen. Musste viel raten. Von 300 Punkten, brauch man 100 um zu bestehen im Basic Level, ich habe keine große Hoffungen, aber mal abwarten, das Testergebnis kommt in ein paar Wochen.  Wenn ich nicht bestehe, hat das auch keine Konzequenzen.

Wir sind  in Nanjing noch bis Samstag Abend geblieben und dann zurück nach Changzhou gefahren. Eigentlich wollten wir bis Sonntag bleiben, aber AFS hat das nicht erlaubt.

Diese Woche bin ich etwas krank geworden, Halsweh und Husten, also nichts Ernstes. Ich bin selber daran schuld, weil ich nach dem Fitnessstudio heimgelaufen bin und keine Jacke angezogen habe und vorher total geschwitzt habe. Es sind zwar nur 200 Meter, reicht aber anscheinend, um am nächsten morgen keine Stimme mehr zu haben. Habe daraus gelernt, den Fehler werde ich nicht mehr machen.

Nächste Woche am Freitag geht es los, unsere langgeplante und endlich durch AFS erlaubte Reise nach Beijing beginnt. Mit dem Nachtzug 9 Stunden ohne Bett von Changzhou nach Beijing, das Rückfahrticket müssen wir morgen noch kaufen. Das wird ein Abenteuer. Ich gehe mit 7 anderen Freunden, einer ist über 21, sonst hätte AFS das nicht erlaubt. Man brauch eine Aufsichtsperson. Wir bleiben dort bis zum 6. Mai, also feiern wir meinen Geburtstag in Beijing, mit Silvio, einem Italiener aus Nanjing, der in dieser Woche auch dort ist und auch am 5.5. geboren ist. Ich freue mich schon so darauf, auch wenn diese Woche anstrengend wird. Viel anschauen, wenig schlafen.

Ich weiß noch als ich im Januar an die folgenden Monate gedacht habe. Ich habe auf den Kalender geschaut und gedacht, der HSK ist noch so weit weg. Und eine Reise nach Beijing wollen wir auch noch irgendwann machen. Und danach, danach ist sowieso fast alles vorbei, dann muss man ja schon an die Rückfahrt denken. Und ich bin wirklich erschrocken, als ich festgestellt habe, es ist schon Ende April. Nächste Woche in 2 Monaten bin ich daheim, lande in Frankfurt um 6 Uhr Abends, in 11 Stunden Flug von einer Welt in die andere. Das wird was. Ich frage mich wirklich, was da in meinem Kopf vorgehen wird. Aber eines ist sicher, ich freue mich schon auf Deutschland.

25.4.09 07:32


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