Rückkehr: 28. Juni 2009




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Im Park.

Die 2 Parks im Stadtzentrum hier in Changzhou würde in Deutschland niemand Park nennen. Das bisschen grün zwischen den riesigen Shoppingmalls und Wohngebäuden. Aber in den Park zu gehen ist eine unserer Lieblingsbeschäftigung nach der Schule oder in der Mittagspause, den dort wird es einfach nie langweilig. Selbst wenn man da alleine auf einer Bank sitzt. Es gibt immer jemanden, den man beobachten kann oder jemand kommt vorbei und redet mit uns. Leute, die einfach nur mal mit einem Ausländer reden möchten, Leute, die deine Zukunft in der Hand ablesen können nach dem Motto ‚Ich sehe in 5 Minuten bist du gleich um 20 Yuan ärmer‘ oder heute kam ein Mann mit 3 Schildkröten in einem Eimer vorbei, die er verkaufen wollte. Er hat sich neben uns gesetzt und sie ein bisschen rumlaufen lassen. Am häufigsten aber kommen natürlich Bettler.  Es gibt 3 Arten Bettler.

1.       Der Harmlose. Der Harmlose kommt her, lacht freundlich, klappert mit seiner Schüssel und sagt irgendeinen Satz, den er andauernd wiederholt, zum Beispiel „Ich habe Hunger. Danke. Ich habe so Hunger. Danke, Vielen Dank.“ Manchmal gebe ich ihnen etwas, weil sie nicht nervig sind. Sagt man dem Harmlosen, man habe kein Geld, geht er weiter und versucht neben an sein Glück.

2.       Der Fortgeschrittene. Der Fortgeschrittene lässt sich nicht so leicht abwimmeln, er kann wirklich hartnäckig sein und 10 Minuten neben dir stehen und dir sogar hinterherrennen. Da muss ich gerade  an eine meiner ersten Wochen hier in China denken, als mir ein Bettler mit Krücken wirklich schnell hinterher gehumpelt ist.  Der Fortgeschrittene möchte Geld, weil er keine Arbeit finden kann und packt dich auch gerne mal am Ärmel. Ein „Ich habe kein Kleingeld, tut mir Leid.“ Hilft meist nicht, nur wenn man ihn wirklich anschreit und dabei böse anschaut, dann geht er weiter, verflucht dich aber dabei.

3.       Doppelpack. Mit Babys im Arm bekommt man mehr Geld, und so sitzen Bettler mit Kindern am Straßenrand, auf meinem Schulweg komme ich jeden Tag an 3 Kindern vorbei, die Rosen verkaufen wollen. Ich glaube, ich habe schon mal erzählt, dass am 1. Tag in Changzhou sich ein Kind an mein Bein gehängt hat. . . Natürlich machen die Kleinen das nicht freiwillig, ich habe schon viele Geschichten von Chinesen gehört, ob alles so stimmt oder nicht weiß ich natürlich nicht. Anscheinend verkaufen die Eltern auf dem Land ihre Kinder an einen Boss und der fährt sie dann jeden Morgen in die Stadt, um Geld zu verdienen, das sie natürlich nicht behalten dürfen sondern alles abgeben müssen.

Wenn ich so durch die Straßen laufe und mich umschaue, die ganzen Menschen so an mir vorbei gehen lasse, jeder geht seinen eigenen Weg, jeder hat sein eigenes Schicksal, das ist die  Realität. Und dann frage ich mich, wie hier alles in 20 Jahren aussehen wird? China verändert sich so schnell. Schon allein in den 8 Monaten in denen ich hier bin wurde in meiner Stadt das komplette Busnetz geändert und sämtliche riesigen  Shoppingmalls eröffnet und Wohnblocks erstellt. Ich bin gespannt, wenn ich irgendwann wieder hier zurückkomme, ob ich noch den Park finde, in dem wir schon so viele Nachmittage saßen.

19.5.09 10:49
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros / Website (19.5.09 18:09)
Das hört sich wirklich sehr schnell an - Danke für diese Einblicke in eine für uns, wirklich sehr fremde Kultur.

Gruß

Maccabros


Tenshu / Website (25.5.09 09:27)
Sehr Interessant und schön geschrieben

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